Fahrradtour: Wo fahren wir hin? Orte der Zukunft

19. Juni 2020 15:00 bis 18:00 Uhr
Treffpunkt:
Theaterhaus Mitte (im Hof)

Die „Orte der Zukunft“ existieren bereits – zumindest auf dem Papier oder in den Plänen derer, die glauben, dass sie notwendig sind. Wir fahren auf den Spuren der Zukunft durch Mitte und treffen die Macher*innen der Entwicklungsprojekte Schnellerstraße 104 / ex „Ernst Busch“, Marinehaus, Molkenmarkt und Haus der Statistik. Dabei fragen wir uns gemeinsam, welche Rolle Kunstakteur*innen der freien darstellenden Künste in der Stadtplanung und -entwicklung von Berlin spielen oder spielen sollten.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: redaktion(at)proberaumplattform-berlin.de

Ablauf der Fahrradtour

15:00 Uhr Theaterhaus Mitte > Theaterhaus Mitte 2.0 (Ex-Ernst Busch)
15:45 Uhr Marinehaus > Ein neues Kulturhaus
16:30 Uhr Theaterdiscounter > Die Zukunft des TD und des Molkenmarkt Gelände
17:30 Uhr Haus der Statistik > Eine Bewegung von Unten

Seit dem Umzug des Schulbetriebes der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ 2018 ist das Gebäude in der Schnellerstraße 104 ungenutzt. Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat schon vor geraumer Zeit das Förderband Kulturinitiative Berlin mit der Entwicklung eines Nutzungskonzepts beauftragt, die Renovierung läuft, die Szene wartet. Christoff Bleidt, erster Gastgeber der Tour, erzählt im Hofe des Theaterhaus Mitte von den Plänen zur Nutzung der alten Schule als offenes und neues Probenzentrum.

Vom Theaterhaus Mitte fahren wir dann um die Ecke am Köllnischen Park vorbei und halten gegenüber dem Märkischen Museum. Dort entsteht im Marinehaus ein Museums- und Kreativquartier in dessen Rahmen u.a. eine Bühne und zwei Werkstattbühnen für die freie Szene geplant sind. Dr. Nele Güntheroth vom Stadtmuseum Berlin umreißt für uns die Pläne der spektakulären Renovierung und erzählt wie das Marinehaus zu einem Treffpunkt zwischen Museum, Stadtlabor und freier Szene werden wird.

Der Theaterdiscounter war 2009 Pioniernutzer im leerstehenden Gebäude Klosterstraße 44, das als Theater- und Atelierhaus wiederbelebt wurde. Eigentümerwechsel brachten in der Vergangenheit deftige Mietsteigerungen. Die aktuelle plötzliche Kündigung des Mietvertrags ist beispielhaft für die bedrohte Situation zahlreicher Berliner Kulturorte: Sie sind abhängig von den Plänen und dem Goodwill privater Immobilienbesitzer. Welche Interessen verfolgen diese? Was bedeutet ihnen die kulturelle Identität Berlins?
Michael Müller, Teil der künstlerischen Leitung, empfängt uns in der Mitte des Dreiecks Podewil – Rotes Rathaus – Alte Münze und berichtet nicht nur über die aktuelle Notsituation des Theaterdiscounters, sondern auch über die Entwicklungspläne für die 150.000 Quadratmeter-Fläche des Molkenmarkts. Denn der TD hofft auf eine Vertrags-Verlängerung in der Klosterstraße bis zum Umzug in das neue Kulturquartier im Molkenmarkt.

Zehn Jahre lang stand das Haus der Statistik am Alexanderplatz leer als die gleichnamige Initiative 2015 den Verkauf und den geplanten Abriss verhinderte. Mit einem starken Impuls von unten und einem Zusammenschluss aus motivierten Akteur*innen stellt das Projekt eines der erfolgreichsten Beispiele in der Stadtentwicklung Berlins dar.
Am Autoscooter beim Haus der Statistik erfahren wir vom geplanten Umbau und von der Vision eines gemeinwohlorientierten Areals, auf dem Kunst, Kultur, soziales, bezahlbares Wohnen und Verwaltung zusammen existieren und sich gegenseitig befruchten, und das bald Realität werden wird.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: redaktion(at)proberaumplattform-berlin.de

Kontakt

Aurora Kellermann | Redaktion Proberaumplattform
Telefon: +49 30 / 33 84 54 51 
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